Diagnostik
  Angst und die Folgen
Angst und Panikattacken können sich in unterschiedlicher Weise

Angst und Panikattacken können sich in unterschiedlicher Weise äußern.

Die körperlichen Symptome eines Angstanfalls sind zumeist so stark, dass Betroffene zunächst eine organische Erkrankung vermuten. Und tatsächlich gibt es die so genannten Endokrinen Angststörungen. Das bekannteste Beispiel ist die Überfunktion der Schilddrüse. Das Übermaß an Schilddrüsenhormonen kann zu Schweißausbrüchen, Herzrasen, Atemnot, Muskelschwäche und einer ganz allgemeinen Unruhe und Übererregbarkeit führen; ähnlich verhält es sich beim Phäochromozytom, einem hormonaktiven Tumor des Nebennierenmarks oder im Falle einer Unterzuckerung bei Diabetes.

 

Um diese körperlichen Beschwerden der Angst, wie zum Beispiel Atemnot und Herzrasen, von einer organischen Erkrankung unterscheiden zu können, muss zunächst eine ausführliche medizinische Untersuchung zum Ausschluss einer körperlichen Ursache erfolgen. Dazu sind meist auch laborchemische und apparative Untersuchungen erforderlich (Blutuntersuchung, EKG und ähnliche). Erst nach Ausschluss einer körperlichen Erkrankung sollte die psychologische Diagnostik erfolgen.

 

Im Fachklinikum Brandis wird in ausführlichen Gesprächen die Lebenssituation erörtert, um mögliche Ursachen wie frühere oder aktuell belastende Lebensereignisse sowie Grundanschauungen und erlernte Denk- und Verhaltensmuster bei der Therapie zu berücksichtigen. Auch die Auslöser einer Angst- oder Panikattacke werden genau analysiert. Sehr häufig ist Angst eine Begleiterscheinung bei Depressionen.

 

Im Rahmen der psychologischen Diagnostik muss geklärt werden, ob eine Angsterkrankung oder eine Depression vorliegt. Zur vollständigen Diagnostik gehört auch, sich mit den Folgen und Begleiterscheinungen der Angsterkrankung zu beschäftigen. Oftmals leiden Angst- und Zwangspatienten unter Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwäche. Die innere Anspannung begünstigt zudem Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Magen- Darm-Erkrankungen.

Diagnostische Ausstattung

Neurologisch orientierte Diagnostik

  • Routine-EEG mit allen Provokationsmöglichkeiten
  • EMG-Einheit / ENG
  • Evozierte Potenziale
  • Elektrophysiologische Hirnstammreflexe

Internistisch orientierte Diagnostik

  • EKG, Langzeit-EKG, Ergometrie
  • Oxyergometrie
  • Herzfrequenzvariabilitätsanalyse
  • Langzeitblutdruckmessung
  • Sonographie, speziell Oberbauchorgane und Schilddrüse
  • Echokardiographie
  • Doppleruntersuchung der arteriellen und venösen Blutgefäße sowie der extracraniellen Hirnversorgung
  • Lungenfunktionsprüfung einschl. Bodyplethysmographie mit Diffusionsanalyse

Fachübergreifende Diagnostik

  • Röntgendiagnostik
  • Sonographie bei Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Klinisch-chemisches Labor (inkl. Stoffwechsel und Hämatologie) im Haus
  • Posturographie
  • Sauerstoffmonitoring
  • Schlafapnoe-Screening
  • IPR-Messsystem (intraorale, kraftabhängige Registration zur Bestimmung der neuromuskulären Leistung des Unterkiefers)
  • Audiometrie-Einheit
  • Neuropsychologische Diagnostik
  • Sprach- und Stimmdiagnostik


Autor: Dr. med. Volker Rust