Gesundheitstraining
  die Angst im Alltag kontrollieren
Gesundheitstraining bei Angststörungen

Das Wissen um Zusammenhänge einer Angststörung hilft den Betroffenen, ihre Erkrankung besser zu bewältigen.

Während des mehrwöchigen Aufenthaltes im Fachklinikum Brandis wird eine Basis geschaffen, mit Ängsten und Zwängen besser umgehen zu können. Doch diese Verhaltens- und Bewusstseinsänderung braucht Zeit und erfordert viel Energie. Der Alltag mit seinen schwer voraussehbaren Ereignissen stellt für Patienten auch nach einer erfolgreichen Rehabilitationsmaßnahme eine ganz besondere Herausforderung dar. Das Fachklinikum Brandis begleitet Patienten durch die schwierige Zeit und vermittelt auch ambulante Unterstützung am Wohnort. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter weiterhin für Fragen zur Verfügung und helfen bei Problemen im Alltag. Der Patient erhält bei seiner Entlassung einen Kurzbericht für den Hausarzt über die Ergebnisse der Diagnostik, der im Fachklinikum Brandis durchgeführten Maßnahmen sowie Empfehlungen für die Weiterbehandlung. Ein ausführlicher Entlassbericht folgt zeitnah.

 

Die Vorbereitung auf die Lebenssituation im Alltag nimmt einen großen Raum ein. So ist beispielsweise eine häufige Folgeerscheinung einer Angst- oder Zwangserkrankung die Vernachlässigung der sozialen Kontakte. Es kann dann sinnvoll sein, dass ein Mensch, der sich durch jahrelanges Rückzugsverhalten isoliert hat, Möglichkeiten erlernt, neue Kontakte aufzubauen. Auch fällt es manchen Betroffenen schwer, ihre neue Freiheit (zum Beispiel das Haus verlassen zu können) zu nutzen – es ist wichtig, dass diese Aspekte in der Therapie berücksichtigt werden, um eine Alternative zu dem Leben mit der Angst entwickeln zu können.

 

Dieses spezielle und individuell auf den Einzelnen zugeschnittene Gesundheitstraining wird ergänzt durch allgemeine Schulungen und Vorträge zu einer gesunden Lebensführung. Letztendlich ist eine gesunde Ernährung nicht der Schlüssel zur Bekämpfung einer Angsterkrankung. Sie ist aber ein Beitrag zu einem gesunden Lebensstil, der das Selbstvertrauen fördern kann. Das Sich-selbst-etwas-Gutes-tun und gesund leben unterstützt Betroffene in dem Bestreben, wieder die Kontrolle über ihr Leben zurückzuerlangen. Auch die Anfälligkeit für Angstreaktionen wird in der Regel durch Verbesserungen des körperlichen Zustandes reduziert.

 



Autor: Dr. med. Volker Rust